Middelburg/Zwischenetappe (6. Nov 2009)
Und wieder früh raus: Danke für den Lärm (nun wissen wir wirklich, dass wir uns anpassen sollten, wenn die Augenringe verschwinden sollen).
Heute stand uns ein Autotag bevor, aber was soll’s, es regnet (von wegen Sommer, seit unserer Ankunft hatten
wir mehr Regen als zu Hause im Oktober!). Und wie schon gesagt, auf der Strasse gibt es auch viel Erstaunliches zu sehen. Die Fahrt führte uns Richtung Osten, nach Middelburg (in Mpumalanga,
putziges Wort!). Dort begaben wir uns aus „beruflichen Gründen“ auf die Suche nach einem Internet-Café, und das war nicht gewonnen. Aber letztendlich fanden wir eines, geführt von einer echt
netten Familie, denn sie richteten uns extra Skype in ihrem Hinterraum ein, damit wir ungestört waren!!! Nach getaner Arbeit und kurzem Smalltalk fuhren wir nach Botshabelo, aber diese kleine
Museumsinsel war um 16 Uhr schon geschlossen
(noch ein
Zeichen, seinen Tagesrhythmus zu ändern). Also weiter zu unserer geplanten Unterkunft ins Forellenfischerland.
Graskop – Blyde River Canyon (7. Nov 2009)
Nach einer unheimlichen und dazu nassen und kalten Nacht nur weg von dort. Unser nächstes Ziel hieß Graskop und das erreichten wir über den Long Tom Pass (2150m), wo fanatische Briten ihre Motorräder testeten, Sabie, die Mac-Mac Falls und Pilgrim’s Rest. Das Letztere war eine alte, wichtige Goldgräberstadt. Heute ist sie nur noch alt, und die Leute versuchen ihr Geld nun mit den Touristen zu machen. And actually, it works! Du parkst Dein Auto in gutem Glauben, kämpfst schon mit den Souvenir-Verkäufern und dann kommst Du zurück und sollst bezahlen, weil sie so nett waren und Dein Auto gewaschen haben. Aber wir haben doch gar nicht danach gefragt?? Außerdem nichts mit Schaumbad, Wachs usw., einfach nur ein Eimer mit braunem Wasser… Eine andere Short-Story: Wir dachten, wir gehen einmal in ein Museum, um etwas Landesgeschichte zu erlernen (so viel Kultur existiert hier ja nicht). Hatten die Karten schon in der Tasche, aber das Museum war etwas außerhalb gelegen, welch Hindernis, wie wir feststellen mußten. Nun sind die Hinweisschilder für alles etwas knapp bemessen, so auch dieses Mal (erneutes Träumen vom GPS). Aber, es laufen ja genügend Leute auf den Straßen, die man fragen kann, dachten wir. Also fragen, das Problem ist nur, dass diese nichts kennen, was außerhalb ihres 1 km Radius liegt. Pech für uns, aber letztendlich haben wir es doch gefunden, mit etwas Verspätung. Was man so alles erlebt.
Am Abend erreichten wir dann unsere Herberge, naja nur die Wiese, die uns tragen sollte. Aber die gehörte zu einem tollen Backpacker Hostel, das von Holländern geführt wurde, aber eigentlich eine französische Enklave war. Bonne Nuit, alors.
Graskop – Blyde River Canyon (8. Nov 2009)
Oooh, welch Empfang am Morgen. Frau Sonne war zurück und deshalb entschieden wir uns spontan für einen Wandertag. Nach all den Kilometern im Auto, wollten wir uns ein wenig die Beine vertreten. Nach einem kurzem Abstecher zu den Lisbon und Berlin Waterfalls fuhren wir in den Blyde River Canyon (3. größter Canyon der Welt) zu den Bourke’s Luck Potholes. Dort parkten wir und wollten schon los, aber ein netter Aufseher hat uns nach unserer Wanderergenehmigung gefragt. - Was ist das? Nichts besonderes, man muß halt nur bezahlen, noch einmal, denn eigentlich hatten wir schon den Eintritt in den Park bezahlt. Naja, was solls, wir sind die reichen Europäer und vielleicht bekommen wir ja eine Sänfte und werden getragen?! FALSCH GEDACHT, es sind doch UNSERE Beine, die laufen müssen – 10 km und 5 Stunden. Für den Preis gab es nicht mal eine Karte zur Orientierung: „Sorry, our maps are finished, but you won’t be lost!“ Aber wir waren für einen kurzen Moment verloren, der Fußabdruck, unsere Wegmarkierung, war nicht mehr zu erkennen. Also auf ins Abenteuer, wir wussten ja schließlich, wo unser Auto stand – oben!!! Und der Aufstieg war schwer. Ich weiß nicht, wie viel Grad Celsius es waren, aber es war HEISS, sogar für meine Schuhe, die Sohle ist förmlich davon geschmolzen! Wir waren so froh, als wir am Ende unter einem Baum saßen und eine leckere Cola tranken.
Der Abend war dann wieder ganz französisch - haben die alle den Lonely Planet???
Blyde River Canyon - Tzaneen (9. Nov 2009)
Nach unserem aktiven Tag folgte nun wieder ein Autotag – die Panoramaroute des Blyde River Canyon. Wir genossen die Ansicht von oben, aber wir erschraken, als wir die Höhe sahen und sagten uns: „Ganz schön blöd, da runter zu gehen, wo es doch auch von oben so schön ist.“ Danach fuhren wir weiter Richtung Norden nach Tzaneen, die „Hauptstadt der exotischen Früchte“ und des Tees. Überall hingen Bananen und Mangos. Mmmh, aber leider kann man sie nicht einfach so pflücken. Aber wir hatten auch ein anderes Ziel vor Augen. Die Holländerin vom Backpacker schwärmte uns von einem tollen Tea Garden vor, mit kühlem Eistee und leckeren Torten. Da mussten wir hin!!! Und welch Glück, wir fanden ihn auch, aber leider sind die Teeplantagen nicht mehr in Betrieb aufgrund irgendwelcher Landstreitigkeiten. Schade, Tee ist so eine hübsche Pflanze! Aber wir genossen trotzdem unseren Schokokuchen und Carrot Cake. Lecker, schmatz, volle Erinnerungen an England und Irland.
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