Mardi 12 octobre 2010 2 12 /10 /Oct /2010 04:36

Nach 1 Monat Reisepause gehen wir nun auf Nationalpark Expedition im großen Westen der USA. Wir haben eine kleine Route im Kopf, aber mal sehen, was uns so alles dazwischen kommt und diesen Plan ändert.

 

Yellowstone and Grand Teton NP (11.September 2010 – 17. September 2010)

Nach 2 Tagen Autofahrt durch die Weiten des Landes, mit Abstecher in die kalifornischen Weingegenden Napa und Sonoma Valley, kamen wir eines schönen Abends vor den Toren des Yellowstone National Parks, dem ersten National Park der USA, an. Für die erste Nacht holten wir wieder unser Zelt heraus. Die Temperaturen verhießen zwar keine gute Nachtruhe, aber dennoch lehnten wir dankend ab, als uns der Zeltplatzwart eine kleine beheizte Hütte anbot. Pah, wir sind doch einiges gewöhnt! Aber brrrrrr, am nächsten Morgen, als wir aus dem beeisten Zelt herauskrochen, liefen wir zu allererst zum Wart, um die Hütte nun doch zu nehmen, denn ein paar Tage wollten wir hier schon verbringen (aber auch mal gut schlafen). Somit waren die folgenden Nächte geritzt. Die Temperaturen am Tage waren angenehmer, nicht zu heiß, aber mit Sonnenschein . Demzufolg stand den Erkundungen nichts im Wege.

 

Gut ausgeschlafen machten wir uns also auf, den riesig großen Park zu erkunden. Dieser ist in verschiedene Gegenden eingeteilt: Geysire und Hot Springs Terraces, Canyon Country, Yellowstone Lake, die wir nach und nach per Auto und per Fuß erkundet haben. Aber ich kann Euch sagen, dass man mit gemischten Gefühlen wandern geht, wenn man weiß, dass da Bären frei rumlaufen. Somit haben wir eher die Kurzwanderungen gesucht. Aber auch dabei kamen pro Tag etliche Kilometer zusammen.

Das Geysirgebiet hat bei uns besonderen Eindruck hinterlassen; so viele Fontänen, Nebelschwaden und Farben. Man hat das Gefühl, dass die Erde hier nur aus Löchern besteht. Überall stieg heiße, manchmal auch stinkende Luft auf. Und eine ganz besondere Attraktion war der Old Faithful Geysir. Aber nicht, weil er besonders hoch hinaufspritzt, sondern weil er exakt voraussehbar ist. Wir haben ja schon von anderen Reisenden gehört, dass man das in Neuseeland mit Seife auslöst, aber hier ist es ganz natürlich. Somit zieht er die meisten Menschen an, nämlich die, die einmal einen Geysir in Natur erleben, aber nicht lange unnütz warten wollen.

 

Nach ein paar schönen Tagen sind wir dann weiter in den Süden gezogen, um dem sich anschließenden Grand Teton National Park einen Besuch abzustatten. Dieser ist ganz anders, aber auch sehr schön. Während im Yellowstone Park die großen Flächen und Weiten und Flüsse vorherrschen, sind es hier eher die hohen Berge und Bergseen, die einen bezaubern. Somit steht dem Marschieren auch hier nichts im Wege. Und da die Wege gut bewandert sind, ist die Gefahr, einem Bären zu begegnen auch kleiner. Also haben wir die Schuhe geschnürt und sind um einen See, auf die Berge und in einen Canyon gekraxelt.

 

In den beiden Parks war natürlich auch die Tierwelt nicht zu verachten. Nun habe ich so oft von Bären gesprochen, denen wir nicht unbedingt begegnen wollten. Aber wenn wir in Sicherheit waren, waren sie uns sehr willkommen . Und JA, wir haben sie gesehen! Sogar beide hier vorkommenden Arten, eine Grizzly Mama mit ihren 2 Babys und 2 noch junge Braunbären, die gemütlich im Straßenrand geschmatzt haben. Wenn man im Auto sitzt, dann ist das ok, da fühlt man sich geschützt. Ansonsten gab es noch weitere große Tiere zu sehen, die auch nicht so ganz ohne sind. Wenn Ihr Euch die Fotos anseht, dann wisst Ihr warum. Hierbei handelt es sich um das Bison, den Elch und das Moose (der amerikanische Elch). Ganz schöne Kaliber! Was uns noch so vors Auge lief oder flog, waren Koyote, Pronghorn, Trumpeter Swan, Amerikanischer Eagle, Amerikanischer Pelikan usw. Ganz schöne Vielfalt, oder?!

 

Diese beiden Parks stehen ganz oben auf unserer Beliebtheitsskala.

 

Canyon Country: Arches National Park und Canyonlands National Park (18. September 2010 – 20. September 2010)

Unsere zweite Etappe führte uns dann endlich in den Süden und in die Hitze. Vorbei die kalten Nächte. Also endlich kurze Hose und T-Shirt und Zelt! Aber die Hitze war dann fast schon wieder zuviel – 100°Fahrenheit, was so etwa 40°C entspricht. Wie soll man dabei noch wandern? Aber diese Frage stellte sich eigentlich gar nicht. Wir müssen da durch. Also mit viel Flüssigkeit im Gepäck ging es durch den Canyonlands (etwas weniger) und den Arches National Park (großes Programm).

 

Was sieht man im Canyonlands National Park? Einen Canyon , aber ziemlich weit weg. Demzufolge ist er etwas unspektakulärer. Wir haben die Aussicht aber dennoch genossen, v.a. zu Sonnenuntergang. Ansonsten ist dieser Park eher was für die Outback-Liebhaber. Mit seinem Allrad-Auto kann man tagelang um und durch den Canyon fahren. Typisch Amerika, soviel zu Naturschutz!

 

Im Arches National Park, gleich gegenüber, haben wir wieder etwas mehr Zeit verbracht. Wie der Name schon sagt, sind es die naturgeschaffenen Bögen in den Felsen, die man besichtigen muss. Und aufgrund der roten Farbe der Felsen sind die Ausflüge v.a. bei Sonnenauf- und –untergang empfohlen. Da ist es auch ein wenig kühler und somit angenehmer. Somit war es ein unablässiges Ziel für uns, den Delicate Arche, das Wahrzeichen Utahs, bei Sonnenuntergang zu bekraxeln. Diese Idee hatten auch so viele andere . Hätte ich nicht gedacht, in Anbetracht der Temperaturen. Und dass der große Menschenansturm auch Nachteile hat, zeigte sich darin, dass manch einer sich gerade im entscheidenden Moment in den Arche für das Touristen-Erinnerungsfoto stellte und damit in jedermanns Linse, so dass er fanatische Begeisterungsstürme auslöste. Nee, Leute gibt es! Auch zu Sonnenaufgang machten wir uns einmal auf, aber das fiel uns schon entscheidend schwerer (wenn Ihr versteht was ich meine ), so dass es nicht sehr häufig vorkam.

An einem Besuchs- und Wandertag hatten wir Glück mit dem Wetter. Das heißt, der Himmel war voller Wolken verhangen. Kaum zu glauben, dass ich das einmal toll finden würde. Na gut, für den Fotografen war es weniger schön, aber für den Wanderer etwas angenehmer, zumal wir uns eine längere Strecke ausgesucht hatten. Somit sind wir gut durch den Tag gekommen.

 

Mit zahlreichen Bögen als Erinnerung wollten wir dann einen richtigen Canyon sehen und fuhren weiter nach Arizona in den Grand Canyon National Park.

 

Grand Canyon National Park (21. September 2010 – 25. September 2010)

Hier verbrachten wir einige Tage am touristenreichen South Rim und am eher einsamen Nord Rim des Canyons.

Wanderungen stehen einem nicht so zahlreich zur Verfügung, wenn man nicht unbedingt in den Canyon hinabsteigen möchte (was aufgrund der hohen Temperaturen nicht empfehlenswert ist). Dafür ist es eher die Aussicht, die man genießen muss.

Am South Rim kann man aber dennoch gut laufen. Der so genannte Rim Trail, also der Weg immer am Abgrund entlang, ist sehr gut ausgebaut. So ganz anders, als ich es vor mehr als 10 Jahren gesehen hatte. Also sind wir diesen die ca. 20 km entlang gelaufen. Eines Abends haben wir uns auch entschieden, den Sonnenuntergang und somit das Farbenspiel von einem Punkt etwas weiter unten im Canyon zu beobachten. Also stiegen wir ab. Aber als wir am ersten „Aussichtspunkt“ ankamen, wurde mir beim Anblick der Höhe, besser der Tiefe, ganz anders und ich wünschte mir nur noch, wieder hochzusteigen. Ich glaube, je älter ich werde, umso mehr macht mir die Höhe zu schaffen! Au weia, ich werde alt!

 

Am Nord Rim haben wir nur einen Tag verbracht. Dies ist eher die Stelle, wo man per Auto von einem Aussichtspunkt zum anderen fährt. Dafür hat man aber die Einsamkeit, da sich nicht so viele Menschen hierher verirren. Diese Seite des Canyons ist aber meiner Meinung genauso schön, wenn nicht noch schöner als die Südseite. Hier ist die Natur viel wilder, d.h. man hat richtig dichte Wälder und nicht nur kleine Büsche. Im Winter ist dies sogar eine Langlaufgegend, v.a. für die Ranger, die hier überwintern .

 

Wisst Ihr eigentlich, dass das kleine Eichhörnchen das gefährlichste Tier hier im Park ist? Ja, hätte ich auch nicht geglaubt. Die sind ja so süß! Aber es soll sehr viele Unfälle aufgrund ihrer scharfen Zähne geben. Also Picknick ist nicht wirklich empfehlenswert. Und wer ist daran schuld? Natürlich der Homo sapiens, der auch heute noch nicht weiß, dass man wilde Tiere nicht füttert, obwohl nun überall Hinweisschilder stehen. Grrr, manche sind echt schwer von Begriff!

 

Bryce Canyon National Park und Zion National Park (25. September 2010 – 28. September 2010)

Unseren Abstecher in den Bryce Canyon National Park, ein ungewöhnlich schöner rot-orangener Ort (wir sehen nur noch rot!), haben wir mit einer Sternenstunde begonnen (es gibt in jedem Park ein Rangerprogramm, was manchmal gar nicht so übel ist – man lernt viel dazu!). Dafür hatten wir allerdings echt Stress, denn das hieß für uns, um 19 Uhr gegessen zu haben. Das ist gar nicht so einfach. Waren das Kochen bei Tageslicht und mit Stoppuhr gar nicht gewöhnt.

Dann hat uns der „Dark Ranger“ zunächst indianische Geschichten zur Bedeutung einiger Sterne und Sternenbilder erzählt, bevor es von der Theorie in die Praxis ging, nämlich an die Teleskope. Angeblich ist dieser Park, weil soweit ab von Städten gelegen, ideal zur Sternenbeobachtung. Unser Problem war nur der Fast-Vollmond, der so viel Licht brachte. Wir konnten aber den Jupiter und seine 4 Planeten, Sternencluster und –nebel trotzdem gut sehen. Sogar eine Riesensternschnuppe hat meine Augen gekreuzt. Natürlich habe ich mir was gewünscht, aber das kann ich Euch nun nicht sagen!

Ach ja, was mir heute aufgefallen ist, ist das der Mond und die Sonne in anderen Sprachen und Kulturen die Mond (Mondmaiden, indianisch; la luna, span.; la lune, franz.)und der Sonne (Sonnenmann, indianisch; el sol, span.; le soleil, franz.) sind. Warum wir das im Deutschen verdreht haben, würde ich gern einmal wissen. Ich hab ja eine Erklärung: Sonne ist warm und schön, deshalb weiblich; Mond ist eher kühl und nachts da, also männlich. Welche Erklärungen habt Ihr???

In den nächsten Tagen unseres Aufenthaltes haben wir wieder einmal Sonnenauf- und –untergang mitgenommen. Wir müssten das frühe Aufstehen ja mittlerweile gewöhnt sein, aber es fällt uns immer noch schwer, im Dunkeln aus den Federn zu kriechen ! Einige Wanderungen in das so genannte Amphitheater, umgeben von lauter roten Säulen und Felsen, standen auch auf unserem Programm. Manche haben wir erfolgreich und andere weniger erfolgreich abgeschlossen, aufgrund der schlechten Markierung (wenn man zu weit von den bevorzugten Touristenwegen abweicht). Aber das hat uns zumindest erlaubt, Bekanntschaft mit einem sehr sympathischen französischen Pärchen, Julie und Arnaud, zu machen. Wir haben gleich lange auf dem Weg gequatscht und fast vergessen, dass wir die Runde noch vor Sonnenuntergang abschließen wollten. Und weil es der Zufall so wollte, waren wir auf dem selbem Campingplatz – somit gemeinsamen Abendessen mit Bier, französischer Pastete und Pasta & Thunfischsauce. Eine lange Nacht (für uns, die sonst sehr zeitig im Zelt verschwinden ), weil viel erzählt. Die Beiden machen eine Weltumrundung in 5 Jahren mit Arbeitspausen. Gerade haben sie die Montréal-Etappe abgeschlossen und reisen nun auf dem nordamerikanischen Kontinent herum, bevor es für sie weiter nach Argentinien geht.

 

Nach drei Tagen im Bryce Canyon ging es für uns dann weiter in den Zion National Park. Dies ist auch ein Canyon, und Ihr erratet es nicht, mit roten Felsen!!! Ja, es ist unsere neue Lieblingsfarbe!

Die Einfahrt in den Park war atemberaubend schön – mit abgewaschenen und geschliffenen Felsen. Dann ging es aber durch einen Tunnel und als wir wieder raus kamen, war ich fast enttäuscht. Die Aussicht hat sich total geändert. Nun waren es kerzengerade Felswände, die meine Augen trafen. Im ersten Moment waren diese für mich weniger spektakulär. Aber das hat sich bald geändert (wobei ich immer noch die andere Seite vorziehe ). Nach dem Zeltaufbau haben wir uns in das Innere des Canyons gewagt und eine nass-kalte Wanderung unternommen. Bei 40°C brauchten wir etwas Abkühlung. Aber das war am Ende doch zu viel für meine Füße. Um es also zu erklären: anfangs gab es einen Riverwalk Trail, also immer am Virgin River entlang, vorbei an hängenden Gärten und tropfenden Felsen, den man, wer wollte, im Fluss fortsetzen konnte, um weiter in den Canyon vorzudringen. Nachdem das Omis gemacht haben, haben wir uns auch nicht abschrecken lassen. Ist schon Spaß, wäre das Wasser nicht 10°C kalt. Zu eisig für mich, die Beine haben echt wehgetan. Als wir schon umdrehen wollten, meinte aber eine Amerikanerin, dass wir noch ein Stückchen weiter waten sollten, denn hinter der nächsten Kurve verberge sich ein „Beautiful waterfall“ (O-ton). Also gesagt getan. Echt, man sollte nicht zu gutgläubig sein in diesem Land! Was wir sahen war ein kleines Rinnsal, was von einem Felsen plätscherte. Das Einzige spektakuläre war der Kletterer, der sich von diesem Felsen gerade abseilte. Ach die Amerikaner, aus einer Mücke machen sie einen Elefanten. Hier gibt es echt nur den Superlativ – alles ist gorgeous, awesome, amazing! Dann musste ich aber wirklich bald raus aus dem eisigen Wasser, also Kehrt. Dabei rief es dann wenig später unsere Namen und siehe da, wir sahen Julie & Arnaud wieder. Alle auf derselben Route . Also gemeinsames Rückwaten und wenig später noch einmal Verabschiedung, denn für die Beiden ging es schon weiter. Wir blieben noch ein wenig und „erkletterten“ uns noch die Emerald Pools, eine kleine Wanderung und Anstieg für uns aber enorm für die Amerikaner (die Klassierung war „schwer“!). Dort hatte auch ich dann das Gefühl, dass die 90°C Felsen doch schon sehr beeindruckend sind, v.a. wenn man bedenkt, dass diese von dem kleinen Fluss geschaffen wurden.

 

Unser Fazit für diese Etappe war, dass der Bryce Canyon auf unserer persönlichen Park-Hitliste an 2. Stelle nach dem Yellowstone Park steht und einen Besuch wirklich wert ist.

 

Las Vegas (29.September 2010)

Zu Las Vegas gibt es nicht so viel zu berichten. Jeder weiß ja, was man da sehen kann. Somit haben wir da auch nur einen Abend verbracht.

Hier haben wir also richtig auf Amerikaner gemacht! Das heißt, am Nachmittag haben wir uns zum Shopping in den unendlich großen Shoppingcentern aufgemacht (Wanderläden, also nichts Unnützes), haben aber nicht das Richtige gefunden. Aber das Highlight war unser Abendessen: einmal zu Mac Donald! Aber ach, war das ein Schock! Es war Mittwochabend und das Ding war prall gefüllt mit Familien und Kindern (wahrscheinlich der einigste Spielplatz weit und breit, und noch dazu klimatisiert!), die Hälfte mehr als das Doppelte von uns. Bei diesem Anblick fiel uns das Essen echt schwer. Aber es ist hier ganz einfach, zuzunehmen. Ein Medium Menü entspricht wahrscheinlich dem XXL Menü in Europa, und die zuckersüßen Drinks gibt es für einen Dollar und noch dazu zum Endlos-Nachfüllen. Soviel können die gar nicht spielen und verbrennen, wie sie einnehmen! Also, nur schnell raus da.

 

Den Abend und damit Verdauungsspaziergang haben wir auf dem Casino-Boulevard gemacht, dem so genannten Strip. Von New York über Ägypten ging es bis nach Paris (es rückt also immer näher). Es ist schön, wenn es angestrahlt ist, so viele bunte Lichter und Wasserspiele begleitet mit Musik, aber am Tage eher hässlich.

Natürlich haben wir auch unser Glück versucht und einen kleinen Einsatz gewagt. Aber keine Angst, wir können die Reise nicht verlängern. Der einarmige Bandit hat unser Geld gefressen, aber nichts herausgerückt! Was ich lustig fand und mir bei uns gar nicht vorstellen kann, ist ein Casino-Abendausgang einer Omi-Gruppe. Die kennen sich sogar ziemlich gut mit den Maschinen aus, während wir davor stehen und versuchen zu verstehen, wie der alte einarmige Bandit funktioniert. Heutzutage sind diese nämlich computerisiert, nichts mehr mit Hebel drücken. Sogar beim Roulette geht es über einen Computer. Der Groupier benötigt hier wahrscheinlich eine Informatiker-Ausbildung. Apropos Groupiers, auch hier hält China Einzug. Fast die Hälfte kommt aus dem Reich der Mitte. Schon ein komisches Bild in einer so typisch amerikanischen Metropole.

Um Mitternacht haben wir dann unser ruhiges Zimmer aufgesucht und versucht, die letzte, verpasste Nacht (aufgrund eines Sturmes) wieder reinzuholen. Damit gingen die Nacht und der Ausflug ins Spielerparadies zu Ende.

 

Death Valley National Park (30.September 2010)

Weil wir die Hitze langsam ganz gut ertragen, haben wir uns zu einem Abstecher in das Death Valley entschieden. Nach gutem Frühstück mit frischen Waffeln und Muffins sind wir dann also wieder aufgebrochen, um ein wenig später, nach Durchquerung öder Landschaften, im Toten Tal anzukommen. Unser erster Gang führte uns ins Visitor Center, um die benötigten Informationen einzuholen, v.a. bezüglich des Zeltens. Die Dame konnte uns gut helfen und empfahl uns einen Campingplatz, wo die Temperaturen um ca. 20°F fallen werden. Das bedeutete, nur 80°F in der Nacht. Echt frisch, denn das sind umgerechnet ca. 27°C. Das war dann gesagt, getan.

 

Davor allerdings machten wir eine Rundreise im Park. Diese wird keine Tage dauern, denn hier kann man einfach nichts machen bei der Hitze. Schon still stehen bringt einen total ins Schwitzen. Dabei hatten wir Glück mit dem Wetter, denn die Sonne war hinter Wolken verborgen. Somit war es nicht tödlich heiß, unser Maximum lag bei 111°F (44°C für uns Europäer), so dass wir immerhin noch aus dem Auto aussteigen und 3 Schritte laufen konnten. Aber auch puh-heiß! Wir besuchten Badwater, den tiefst gelegenen Punkt der USA mit seinen 86m unter Meereshöhe, und sahen bunt gefärbte Berge. Dabei war allerdings kein Grün dabei. Aber das Tote Tal ist nicht wirklich so tot, wie der Name verheißt. Pflanzen kann man schon sehen. Sie sind zwar 100% trocken, aber bei der kleinsten Feuchtigkeit starten sie ihren Lebenszyklus wieder. Und zu Ostern muß hier ein Blütenmeer existieren, dass die ganze Welt (naja, die Wüsteninteressierten) anzieht. Wir waren ziemlich allein.

 

Am Abend, wie gesagt, dann Zelten im Toten Tal. Das war gar nicht so einfach. Wir hatten große Schwierigkeiten, unser Zelt aufzustellen, denn der Boden nahm die Sardinen nicht an. Also haben wir es gemacht, wie die anderen Hardcore-Zelter auch – Steine, dicke, große Steine an alle Ecken, damit das Zelt steht und wir nicht wegfliegen (ein selbst stehendes Zelt ist hier zu empfehlen). Der Wind kam auf, was uns zwar etwas Luft (yippieh), wenn auch heiße, zufächelte, aber gleichzeitig auch unser Zelt ins Wanken brachte. Am Abend hatten wir auch Besuch einiger Wüstenlebewesen. Sie, die Kangaroo Rats, waren sehr interessiert an unseren Wasserreserven (sie sind nicht hässlich wie die echten Ratten – keine Angst). Auch Fliegen, Falter u.ä. lebte bei den sinkenden Temperaturen wieder auf, was uns allerdings ziemlich nervte. Also ab ins Zelt. Aber die Nachtruhe war keine richtige Ruhe: unser Zelt flog trotz der Steine davon und es war einfach zu heiß (aber ich weiß, dass ich mich in einigen Tagen nach dieser Wärme sehnen werde ).

Somit beendeten wir unsere Wüstenerfahrung und waren froh, als wir wieder Luft bekamen .

 

Sequoia National Park (2.Oktober 2010)

Dies ist unsere vorletzte Station unserer Reise (auweia, bald geht es zurück in die Realität). Um den Park zu erreichen, suchten wir uns eine super kleine Strasse aus, die uns übers Gebirge, durch Wälder, durch Gewitter und wahnsinnig abgelegene Orte brachte (Hilfe, was machen die Leute hier???). Ganz am Ende unserer Überquerung hatten wir noch ein ganz besonderes Abenteuer. Wir fuhren uns irgendwo einen Nagel ein, so dass unser Reifen bald platt war. Also mitten im Wald Reifenwechsel. Sehr spaßig, wenn sich der Ersatzreifen im prall gefüllten Kofferraum befindet . Was hilft’s, alles raus aus dem Auto und am Ende wieder rein! Immerhin regnete es nicht.

In der nächsten Stadt, immer noch 30 Meilen entfernt, haben wir versucht, den Reifen wieder reparieren zu lassen. Das war aber gar nicht so einfach: In der ersten Werkstatt haben sie das Loch nicht mehr gefunden und uns den Reifen wieder dran montiert. Aber nach 17 Meilen zeigte sich das Loch wieder. Was machen? Wieder zurück und Ihnen zeigen, dass wir nicht spinnen. Aber die waren schon geschlossen (willkommen zurück in Kalifornien; Schluss ist 17 Uhr). Also zur nächsten Werkstatt, aber die wollten uns eine halbe Stunde vor Arbeitsschluss nicht mehr helfen (es könnte ja zu Überstunden kommen) und schickte uns weiter. Wir waren echt genervt und dachten schon, dass wir in diesem Kaff übernachten müssten. Letztendlich landeten wir in einer mexikanischen Werkstatt und die waren sehr nett und gesprächig, zumindest einer, der uns mit spanisch vollplapperte, während der andere an unserem Reifen arbeitete . Schließlich, nach 10 Minuten war das Loch repariert und wieder an seinem Platz. Die fragten nicht nach Arbeitsschluss!

Glücklich, den Stress überstanden zu haben, konnten wir unsere Reise doch noch fortsetzen, um 1 Stunde später vor den Toren des Sequoia National Parks anzukommen. Eine gute Nachtruhe haben wir uns echt verdient!

 

Im Park eingefahren, haben wir gesehen, dass es da weniger zu sehen und machen gibt, als wir gedacht hatten. Ein Tag ist also mehr als genug. Da es im Park ziemlich steil die Berge und Canyons hochgeht, sind die Wanderrouten sehr begrenzt. Und campen werden wir hier auch nicht bei den vorhergesagten Frosttemperaturen. Außerdem hat es nur gepieselt .

Wir haben uns anfangs für den Besuch der Crystal Cave entschieden. In einer Höhle werden wir immerhin nicht nass! Unser Guide war sehr begeistert von ihrer Höhle und deren Wildlife. „It’s sooo amaaazing!“ Ok, sie war nicht schlecht, aber ich sage Euch, die Saalfelder Feengrotten sind viel amazinger! Sie konnte sogar im T-Shirt hinabsteigen, während wir zitternd um sie herumstanden.

Am Nachmittag begaben wir uns auf die Reise zu den super großen Sequoias: eine Tour zu umgestürzten, in Tunnel umgeformte, lebende und tote Riesen. Zum Abschluss sahen wir noch den Voluminöstesten unter den Sequoias, den General Sherman. Diese Bäume sind schon echter Wahnsinn. Und schön sehen sie aus mit ihrer rötlichen Borke. Schade nur, dass die Sonne nicht schien. Dann war Schluss.

 

Unsere Idee war dann, aus dem Park zurück ins warme Tal zu fahren, aber nicht zurück zum alten Platz, sondern weiter in Richtung Kings Canyon (der Park, der sich im Norden gleich an den Sequoia Park anschließt). Aber ach, wir rollten und rollten, aber weit und breit keinen Campingplatz in Sicht. Selbst an einem Motel machten wir Halt, aber das war schon geschlossen L. Was machen? Wir entschieden uns, zurück zum bekannten Zeltplatz von gestern zu fahren. 50 Meilen durch dunkle, abgelegene Ecken auf einer klitzekleinen, kurvigen Strasse. Unterwegs haben wir Reh, Fuchs und Waschbär getroffen. Vollkommen müde kamen wir 22 Uhr an. Kein Abendessen, nur Yoghurt und dann ab in die Federn!

 

Eine Entscheidung haben wir auf der Fahrt getroffen, kein Kings Canyon! Wir hatten keine Lust, die ganze Strecke noch einmal zu fahren. Das war abgehakt, v.a. weil auch Regen vorhergesagt wurde und man somit nicht viel sehen und machen konnte. Wir hatten keine Lust, hier die restlichen Tage zu verbringen. Also auf in Richtung Yosemite.

 

Yosemite National Park (3.Oktober 2010– 4.Oktober 2010)

Am folgenden Morgen haben wir alles etwas langsamer angehen lassen und die Sonne genossen. Über der Sierra Nevada hing immer noch der Wolkenteppich und das bestätigte unseren Entschluss, nicht in den Kings Canyon zurück zu kehren. Allerdings ist der Yosemite Park nicht anders gelegen. Mmmh, da müssen wir wohl durch. Lass uns erst einmal hinfahren und sehen.

 

Am Nachmittag kamen wir vor den Toren an. Eigentlich wollten wir außerhalb des Parks noch im Warmen nächtigen, aber es gab weit und breit keinen Zeltplatz (Kalifornien, da hatten wir vorher schon Probleme, Zeltplätze zu finden). Somit landeten wir im Park und ließen uns von einem Ranger zu seinem lokalen Zeltplatz überreden, trotz der vorhergesagten 5°C und 80% Regenchance. Müssen wir uns eben gut einpacken. Bye, Bye der Sommer!

Welch Nacht! Nein kalt war es nicht, eher zu warm (ich weiß, hätte nicht gedacht, dass ich das mal sagen würde ). Aber es hat geschüttet, geblitzt und gedonnert wie Sau, die ganze Nacht durch! Immer nur 3 Stunden Schlaf zwischen den Störungen. Die Masse des Regens haben wir nicht nur anhand unseres Zeltes gesehen (es hat das Wasser zwischen Zeltunterlage und Zeltboden gedrückt, so dass es unter unseren Matratzen auch nass war; auch meine draußen geparkten Schuhe hat es überspült ), sondern auch am Morgen auf den Strassen. Der Strassendienst musste anrücken und die Strassen wieder freischaufeln.

Wir sind also ziemlich zeitig auf den Beinen gewesen und haben uns um unser Zelt gekümmert. Alles wurde auseinander genommen und hermetisch in Plastiksäcke verpackt. Dann wurde das Auto gut aufgeheizt, damit es nicht zu feucht wurde. Die Entscheidung lag nah, dass der Besuch des Yosemite Parks auch schnell abgeschlossen wurde. Zumal sie bis zum Ende der Woche keine Wetterbesserung vorhersagten, sondern noch mit Frost und Schnee kamen. Also nee, das brauche ich wirklich nicht. Aber wir machten immerhin eine Rundfahrt ins Yosemite Village, gleichzeitig der beste Punkt im Park. Einige Fotos habe ich auch geschossen.

Wir verabschiedeten uns also noch am Vormittag, um die sonnige kalifornische Ebene zu erreichen.

 

Damit geht nun auch unsere Amerika-Rundreise bald zu Ende. Einige Tage bleiben uns nun aufgrund der Programmänderung noch. Die werden wir wohl sehr ruhig verbringen. Wir werden zurück an die Pazifikküste fahren, uns Monterey ansehen und dann ganz langsam wieder nach San Francisco zurückkehren. Vielleicht verbringen wir da noch einige Tage. Wer weiß, das wird ganz spontan entschieden.

 

Nachtrag zu Monterey (4.Oktober 2010 – 5.Oktober 2010)

Ich gebe Euch nun noch abschließend die Informationen zu Monterey. David kennt diese Stadt aus Zorro . Kennt Ihr die Serie auch? Allerdings wird hier Zorro mit keiner Silbe erwähnt, so dass ich denke, dass die Serie nur den Namen der Stadt geliehen hat, weil hier wirklich die Mexikaner und Amerikaner waren.

Aber es ist eine hübsche kleine Stadt und im Sommer aufgrund der Nähe zum Meer die Metropole für die San Franciscoer (? oder Franciscaner). Heute waren wir fast alleine unterwegs. Was es hier zu sehen gibt, sind die alten, noch erhaltenen Häuser im mexikanischen Stil. Es sind entweder Adobe- oder Holzhäuschen, die gut gepflegt und immer mit einem hübsch angelegten Garten verziert sind. Da kann man schon neidisch werden. Habe mir, na klar, auch einige ausgesucht. Aber es ist so schwer, die auch noch mit nach Hause zu tragen.

Am Nachmittag haben wir uns ganz spontan zu einer Walbeobachtungstour entschieden. In Neuseeland sind wir dem aus dem Wege gegangen, weil es a) zu teuer war und b) nur eine kleine Chance auf Sicht gab. Immerhin haben wir einige ja schon in Südafrika sehen können. Aber hier versprechen sie 100% Erfolg und wenn nicht, eine weitere Gratisfahrt. Und wir haben ja Zeit! Also, das klang nicht so schlecht! Und dieses Mal wurden wir wirklich nicht enttäuscht. Wir sahen, ich weiß nicht wie viele Humpback Wale und 2 Blauwale, ganz nah von unserem Boot. Ein besonderes Prachtstück, ein Humpback Wal namens Propeller konnten wir sogar vom Boot aus berühren (an die Geschichte, wie er zu seinem Namen kam, weiß ich nicht mehr, aber zuletzt haben sie ihn im Juni in diesen Gewässern gesehen). Er dachte vielleicht, dass wir ein Superwal sind und hat Bögen um und unter unserem Boot gemacht. Für uns hieß das Sport, denn wir mussten von einer Seite auf die andere Seite rennen. Aber das haben wir gerne in Kauf genommen. Die Biologin an Bord erklärte uns einiges über diese großen Meeressäugetiere und meinte, dass es ein ganz besonderer Moment ist. Das war uns klar! Somit sehr zufrieden und glücklich fuhren wir wieder zurück an Land.

Falls Ihr in der Zukunft mal in der Gegend seien solltet, dann ist so ein Ausflug echt zu empfehlen. Vor allem hier ist die Dichte der Wale sehr hoch und damit die Chance, sie zu sehen, sehr groß.

 

Resumé USA

Der Westen dieses Landes ist unserer Meinung nach auf jeden Fall auch einen Besuch wert. Die Natur ist super, sehr variantenreich und bei den Temperaturen findet man auch alles, von heiß zu sehr kalt. Allerdings muss man mit dem Superlativ gut umgehen können . Alles ist super toll, super schön und am besten als irgendwo anders auf der Welt! Und wie schon gesagt, alles ist groß, in Bezug aufs Camping sogar sehr groß! Es ist fast noch schlimmer als in Australien. Hier sieht man Camping Cars groß wie Busse, die noch dazu ein normales Auto (für unsere Verhältnisse sehr großes Auto) hinter sich herziehen. Und wer sitzt drin? Meist 2 kleine Rentner, die kaum übers Lenkrad schauen können. Aber ich gebe zu, manchmal, v.a. wenn es kalt oder nass draußen war, war ich doch sehr neidisch und dachte, es müsse schon sehr komfortabel drinnen sein!

Bei groß fällt mir noch etwas ein: die Supermärkte. Die Körbe sind so groß, dass auch wir in den Kindersitzen Platz haben würden , die Regale sind weit wie eine dreispurige Autobahn, die Produktgrößen sind in XXL zu finden (Müslipackungen sehen aus wie 10 kg Hundefuttersäcke) und demzufolge auch einige Personen. Und um sich nicht zu sehr beim Einkaufen zu verausgaben, kann man auch durch die Regale fahren, sozusagen im Mini-Rollstuhlauto. Ursprünglich waren sie vielleicht für Behinderte gedacht, aber das spielt nun keine Rolle mehr.

Also echt, manchmal fallen einem echt die Augen raus, bei dem, was man hier sehen und hören kann und muss. Einerseits sind sie uns meilenweit voraus, z.B. was die Techniknutzung anbelangt, in anderen Dingen liegen sie Lichtjahre zurück: Umweltschutz, Schulbusse… Trotzdem ist das Völkchen im Großen und Ganzen nett, auch wenn die Freundlichkeit nur die Oberfläche kratzt. Aber das macht in dem Moment nichts, denn ein Lächeln oder freundliches Wort sind immer willkommen!

Par Halli Allo
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